Kunst online verkaufen: Ein Leitfaden für Künstler 2025

Der Online-Kunstmarkt verändert sich rasant, und mit ihm wandelt sich auch das Selbstverständnis erfolgreicher Künstler.

Während im deutschsprachigen Raum noch häufig Zurückhaltung gegenüber aktivem Marketing und Verkauf zu beobachten ist, zeigen besonders internationale Künstler, wie sich künstlerische Integrität und unternehmerisches Denken erfolgreich vereinen lassen.

rofessionelles Künstleratelier mit Staffelei - Vom traditionellen zum digitalen Kunstverkauf

Der internationale Kunstmarkt, allen voran die USA, macht vor, wie modern und selbstbewusst Künstler heute auftreten können: Sie verstehen sich als kreative Unternehmer, die ihre Kunst nicht nur erschaffen, sondern auch professionell vermarkten. Diese Haltung führt keineswegs zu künstlerischen Kompromissen – im Gegenteil: Sie ermöglicht es vielen Künstlern, von ihrer Kunst zu leben und damit noch freier in ihrer kreativen Arbeit zu sein.

Als bildender Künstler stehst du 2025 vor der spannenden Chance, dich in diesem dynamischen Umfeld neu zu positionieren. Dieser ausführliche Guide zeigt dir Schritt für Schritt, wie du deine Kunst erfolgreich online verkaufst und dabei authentisch bleibst.

 

1. Aktuelle Marktsituation 2025

Der Online-Kunstmarkt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die wichtigsten Entwicklungen:

Hybrid-Verkauf dominiert den Markt

Der erfolgreichste Ansatz verbindet digitale und physische Präsenz. Während früher Kunstverkäufe in der Regel offline stattfanden, über Ausstellungen und Galerien, verändert sich das Kaufverhalten von Kunst. Online wird immer wichtiger und immer mehr erfolgreichen Künstler setzen auf eine Hybrid-Strategie. Das bedeutet: Online-Präsentation und -Verkauf, kombiniert mit ausgewählten physischen Ausstellungen und Events.

Die digitale Revolution im Kunstmarkt: Alle Generationen sind online

Die klassische Trennung zwischen "digital affinen" jüngeren und "traditionellen" älteren Kunstinteressierten ist längst überholt. Smartphones und Internet sind heute generationenübergreifende Alltagsbegleiter. Ob 25 oder 65 – die Mehrheit nutzt digitale Medien ganz selbstverständlich für Inspiration, Information und Einkauf.

Die neue Generation der Kunstkäufer:

  • Lässt sich stark von Social Media Trends inspirieren

  • Orientiert sich an Interior Design Influencern

  • Sucht die Geschichte und Bedeutung hinter den Werken

  • Schätzt Authentizität und direkten Künstlerkontakt

  • Teilt ihre Kunsterlebnisse in sozialen Medien

Die erfahrenen Sammler im digitalen Zeitalter:

  • Nutzen geschickt die Kombination aus Online-Recherche und persönlichen Netzwerken

  • Schätzen die internationale Vernetzung durch digitale Plattformen

  • Vergleichen Preise und Angebote weltweit

  • Besuchen virtuelle Ausstellungen zusätzlich zu physischen Events

  • Bauen digitale Beziehungen zu Künstlern auf

Moderne Technologien im Kunstverkauf

Der Kunstmarkt nutzt zunehmend digitale Möglichkeiten, die sowohl Künstlern als auch Sammlern neue Perspektiven eröffnen:

Virtuelle Präsentation:

3D-Galerien wie Artspaces oder Kunstmatrix ermöglichen professionelle Online-Ausstellungen. Solche virtuellen Rundgänge geben Sammlern einen realistischen Eindruck der Kunstwerke.

Augmented Reality* für Kaufentscheidungen:

Apps wie Artplacer oder ARTLAND helfen Sammlern, Kunstwerke virtuell in ihren eigenen Räumen zu platzieren. Maßstabsgetreue Darstellung erleichtert die Visualisierung und damit die Kaufentscheidungen durch eine annähernd-realistische Vorschau.
* erweiterte Realität

Print-on-Demand als zusätzlicher Vertriebsweg:

Hochwertige Kunstdrucke erschließen neue Käuferschichten oder erleichtern die Kundenbindung durch ein niedrigschwelliges Angebot. Professionelle Druckdienstleister für Künstler garantieren dabei eine hohe Qualität und übernehmen den Versand. Kein Vorab-investieren in Druckkosten oder Vorratshaltung im eigenen Keller.

Diese technologischen Möglichkeiten sind keine Zukunftsmusik, sondern bereits etablierte Tools, die den Kunstmarkt demokratischer und zugänglicher machen.

 

2. Grundlagen des Online-Kunstverkaufs

Die richtige Plattform-Strategie

Das Fundament deiner Online-Präsenz sollte gut durchdacht sein. Hier sind die wichtigsten Optionen mit ihren Vor- und Nachteilen:

Deine eigene Website – deine wichtigste Basis :

  • Volle kreative und unternehmerische Kontrolle

  • Professionelle Selbstdarstellung ohne Kompromisse

  • Aufbau einer eigenen Newsletter-Liste für direkten Kundenkontakt

  • Keine Provisionen an Drittanbieter

  • Authentische Präsentation deiner Kunst und deiner Künstlerpersönlichkeit

  • Langfristiger Aufbau deiner eigenen Marke

Online-Kunstmarktplätze als ergänzende Optionen: 


Große Plattformen wie Artsy, Saatchi Art, ARTMO oder Etsy (für erschwingliche Kunst) bieten zwar theoretisch Zugang zu einer breiten Sammlerschaft, jedoch zeigt die Praxis, dass der Verkaufserfolg – je nach Künstler – hier sehr unterschiedlich ausfällt.

Diese Faktoren sind zu beachten:

  • Hohe Provisionen (oft 30-50%)

  • Starker Wettbewerb

  • Wenig Kontrolle über Präsentation

  • Meist langfristige Aufbauarbeit nötig

Social Media – Fokus auf Beziehungsaufbau: 


Plattformen wie Instagram oder Facebook sind weniger als direkte Verkaufskanäle, sondern vielmehr als wichtige Marketing-Instrumente zu verstehen:

  • Aufbau einer engagierten Community

  • Einblicke in dein Künstlerleben und deine Arbeit

  • Networking mit Sammlern und anderen Künstlern

  • Storytelling rund um deine Kunst

Der erfolgversprechendste Ansatz ist meist die Konzentration auf die eigene Website als Hauptplattform, ergänzt durch strategische Social-Media-Präsenz für Sichtbarkeit und Community-Aufbau. Online-Marktplätze können als zusätzliche Kanäle getestet werden, sollten aber nicht der Hauptfokus sein.

Preisstrategien entwickeln

Die Preisgestaltung ist eine der größten Herausforderungen für Künstler. Ein pragmatischer Ansatz hilft bei der Orientierung:

Vom Wunscheinkommen zum Werkpreis:

  • Definiere dein angestrebtes Monatseinkommen

  • Schätze realistisch: Wie viele Werke kannst du pro Monat verkaufen?

  • Berechne den notwendigen Durchschnittspreis pro Werk

  • Berücksichtige alle Kosten (Material, Marketing, Galerieprovision)

  • Plane einen Puffer für verkaufsschwache Zeiten ein

Wichtige Einflussfaktoren:

  • Deine künstlerische Entwicklung und Erfahrung

  • Vergleichbare Künstler im Markt

  • Format und Materialqualität

  • Ausstellungshistorie und Präsenz

  • Sammlernachfrage

Praxis-Tipp: Entwickle eine klare Preisstaffelung von kleineren bis zu großen Werken. Überlege Dir günstigere Kunstdrucke anzubieten. Das ermöglicht verschiedene Einstiegspunkte für Sammler und macht deine Preisstruktur nachvollziehbar.

Vertrauensaufbau und Verkaufspsychologie

Die Basis für erfolgreichen Online-Kunstverkauf ist Vertrauen. Potenzielle Käufer müssen sich sicher fühlen, besonders wenn der persönliche Kontakt zunächst fehlt. Transparente Preisgestaltung mit nachvollziehbarer Staffelung nach Größe oder Technik schafft Orientierung. Detaillierte Werkbeschreibungen und authentische Einblicke in deinen künstlerischen Prozess bauen emotionale Verbindungen auf. Ergänzt durch positive Sammler-Erfahrungen und professionelle Versandabwicklung entsteht ein vertrauenswürdiges Gesamtbild.

Der Verkaufsprozess selbst sollte die Wertigkeit deiner Kunst respektieren. Statt aggressiver Rabattaktionen setze auf exklusive Vorschauen für deine Newsletter-Abonnenten oder besondere Einblicke in neue Werke für deine Community. Erzähle die Geschichte hinter deiner Kunst und lass Interessenten an deinem kreativen Prozess teilhaben. Diese Form des Storytellings schafft nicht nur Kaufimpulse, sondern auch nachhaltige Sammlerbeziehungen.

 

Wo stehst Du auf Deinem Weg zum erfolgreichen Verkauf Deiner Kunst?

→ Mit dem Künstler-Marketing Quick-Check findest Du Deinen aktuellen Standpunkt heraus.

 

3. Technische Umsetzung

Professionelle Werkfotografie - auch mit kleinem Budget

Gute Fotos deiner Kunstwerke sind entscheidend für den Online-Verkauf. Dabei musst du nicht gleich in teures Equipment investieren. Mit dem richtigen Know-how entstehen auch mit dem Smartphone hochwertige Aufnahmen:

Grundausstattung für den Start:

  • Ein aktuelles Smartphone (die meisten neueren Modelle liefern sehr gute Bildqualität)

  • Smartphone-Stativ oder -Halterung (ca. 15-30€)

  • Zwei gleichmäßige Lichtquellen (können zunächst auch günstige LED-Leuchten sein)

  • Heller, neutraler Hintergrund (weiße Wand oder Papier)

Die wichtigsten Grundregeln:

  • Tageslicht nutzen, am besten bei bedecktem Himmel für weiches Licht

  • Auf gleichmäßige Ausleuchtung achten, Schatten vermeiden

  • Werk gerade ausrichten und auf Reflexionen achten

  • Mehrere Perspektiven fotografieren (Gesamtansicht, Details, Struktur)

  • Maßstab erkennbar machen

Praxis-Tipp: Experimentiere mit verschiedenen Tageszeiten und Standorten in deinem Atelier oder Zuhause. Oft findest du einen perfekten "Foto-Spot" mit natürlichem Licht, der mit minimalem Equipment auskommt.

Mit wachsendem Erfolg kannst du später in professionelleres Equipment wie Studioleuchten oder eine Digitalkamera investieren. Zu Beginn ist es wichtiger, die Grundprinzipien guter Fotografie zu beherrschen.

Kunstwerke präsentieren

Bei der Online-Präsentation deiner Kunst steht das visuelle Erlebnis im Vordergrund. Die Beschreibung sollte dein Werk unterstützen, nicht überschatten:

Die Basics - immer sichtbar:

  • Titel

  • Format

  • Material/Technik

  • Preis

  • Verfügbarkeit

  • ggf. Versandinformationen und

  • … was passiert, wenn das Bild doch nicht passt? – also bei Rückgabe.

Optionale Zusatzinfos: Biete interessierten Käufern die Möglichkeit, mehr zu erfahren - zum Beispiel durch ein dezentes "Mehr erfahren" als Ausklapp-Text. Hier kannst du dann die Geschichte hinter dem Werk, deine Inspiration oder besondere Techniken beschreiben. So bleibt die Präsentation clean, aber alle Informationen sind bei Bedarf verfügbar.

Bezahlung und Versand - pragmatisch starten

Gerade zu Beginn deiner Kunst-Verkäufe ist ein persönlicher, unkomplizierter Ansatz sinnvoll. Die meisten Verkäufe werden über direkten Kontakt und individuelle Absprachen laufen.

Bewährte Zahlungsmöglichkeiten für den Start:

  • Überweisung nach Absprache

  • PayPal für mehr Flexibilität

  • Bei persönlicher Übergabe auch Barzahlung

Praxis-Tipp: Kläre Versand oder Übergabe individuell mit deinen Käufern. Ein persönliches Gespräch schafft Vertrauen und gibt dir die Möglichkeit, deine Kunst noch einmal direkt zu präsentieren.

Die komplexeren Themen wie Shop-Systeme, SSL-Verschlüsselung oder verschiedene Bezahl-Anbieter können später relevant werden, wenn dein Geschäft wächst. Aber am Anfang ist es wichtiger, überhaupt erste Verkäufe zu generieren und Erfahrungen zu sammeln.

 

4. Marketing für Online-Kunstverkauf

Social Media für Künstler - finde deinen eigenen Weg

Social Media bietet viele Möglichkeiten, deine Kunst zu präsentieren. Wichtig ist, dass du einen Ansatz wählst, der zu dir und deinen Zielen passt. Nicht jeder Kanal und nicht jede Strategie muss für dich funktionieren.

Instagram als wichtiger Kanal:

Instagram ist aktuell die relevanteste Plattform für Künstler. Hier einige Möglichkeiten, wie du den Kanal nutzen kannst:

  • Einblicke in dein künstlerisches Schaffen geben

  • Fertige Werke präsentieren

  • Entstehungsprozesse zeigen

  • Mit Interessenten in Kontakt treten

Praxis-Tipp: Konzentriere dich zunächst auf eine Plattform und finde deinen authentischen Rhythmus. Der beste Social-Media-Auftritt ist der, den du langfristig durchhalten kannst.

Newsletter - dein direkter Draht zu Interessenten

Ein Newsletter kann ein wertvolles Instrument sein, um mit Kunstinteressierten in Kontakt zu bleiben. Auch hier gilt: Finde deinen eigenen Rhythmus und Stil.

Mögliche Newsletter-Inhalte:

  • Neue Werke vorstellen

  • Einladungen zu Ausstellungen

  • Einblicke in dein Atelier

  • Aktuelle Projekte

Praxis-Tipp: Starte einfach. Ein kurzer, persönlicher Newsletter ist besser als ein ambitionierter Monatsbrief, der dich überfordert. Deine Abonnenten interessieren sich für dich und deine Kunst – nicht für Marketing-Automatismen.

Eine E-Mail-Liste aufzubauen braucht Zeit. Sammle Adressen bei Ausstellungen, über deine Website oder bei persönlichen Begegnungen. Wichtig ist dabei immer die ausdrückliche Zustimmung der Interessenten.

Für fortgeschrittene Künstler - Newsletter-Marketing ausbauen:

Wenn du bereits eine solide Basis hast, kannst du dein Newsletter-Marketing erweitern:

  • Freebies (z.B. Prozente auf Kunstdrucke, Online-Kataloge)

  • Strategisch platzierte Pop-ups auf deiner Website

  • QR-Codes bei Ausstellungen für direktes Newsletter-Sign-up

  • Newsletter und Extras auf Social Media bewerben

  • Automatisierte Willkommens-E-Mail-Sequenzen

Sammlerbeziehungen aufbauen und pflegen

Der Aufbau langfristiger Beziehungen zu deinen Sammlern ist wertvoller als die ständige Suche nach neuen Käufern. Menschen, die deine Kunst bereits schätzen, werden mit höherer Wahrscheinlichkeit wieder bei dir kaufen – oder dich weiterempfehlen.

Persönlicher Kontakt:

  • Halte den Kontakt zu Käufern aufrecht

  • Frage nach der Zufriedenheit mit dem Kunstwerk

  • Teile besondere Neuigkeiten direkt mit ihnen

  • Lade sie persönlich zu Ausstellungen ein oder

  • organisiere exklusive Ausstellungsevents

Wertschätzung zeigen:

  • Handgeschriebene Dankeskarten nach einem Kauf

  • Kurze Geschichte zum Werk beilegen

  • Professionell verpackte Kunstwerke

  • Echtheitszertifikate für größere Arbeiten

Praxis-Tipp: Führe eine einfache Liste deiner Sammler mit Notizen zu ihren Kunstinteressen und bisherigen Käufen. So kannst du sie gezielt informieren, wenn neue Werke entstehen, die sie interessieren könnten.

Weitere Marketing-Kanäle

Blog & Content Marketing:

Ein Blog kann besonders sinnvoll sein, wenn du:

  • Kunstkurse oder Tutorials anbietest

  • Deine Expertise teilen möchtest

  • Suchmaschinenoptimierung betreiben willst

  • Regelmäßig über Kunst-Themen schreibst

Praxis-Tipp: Ein Blog braucht Zeit zum Wachsen. Plane realistisch, wie viele Artikel du schreiben kannst und willst. Lieber alle zwei Monate ein durchdachter Artikel als wöchentlich hastig produzierter Content.

Online-Offline Verbindungen:

Klassische Marketing-Aktivitäten können deine Online-Präsenz unterstützen:

  • Ausstellungen und Events auf Social Media bewerben

  • QR-Codes auf Visitenkarten und Kunstdrucken

  • Lokale Presse für Online-Reichweite nutzen

  • Vernetzung mit anderen Künstlern, online wie offline

  • Kunst-Workshops als Content für Social Media nutzen

Video-Content:

Falls du gerne vor der Kamera bist:

  • Kurze Tutorials auf YouTube schalten

  • Einblicke in dein Atelier geben

  • Kunsttechniken erklären

  • Online-Kurse anbieten

Wähle die Kanäle, die zu dir und deinen Zielen passen. Nicht jeder Marketing-Kanal muss bespielt werden – konzentriere dich auf die, die dir Freude machen, die Deinem Ziel dienen und die du langfristig pflegen kannst.

 

5. Organisation & Wachstum

Eine gute Organisation unterstützt deine kreative Arbeit, statt sie zu behindern. Konzentriere dich auf einfache, effektive Systeme:

Einfache Dokumentation:

  • Excel oder Google Sheets für Sammler-Kontakte und Verkäufe

  • Kalender nach deiner Wahl - ob digital oder klassisch auf Papier. Ein offener Tischkalender, in den du täglich schaust, kann sehr effektiv sein

  • Werkfotos systematisch in Ordnern ablegen und aussagekräftig benennen

  • Einfache To-Do-Listen – ob digital oder im Notizbuch. Hauptsache du findest sie wieder.

Zeitmanagement:

  • Feste Zeiten für Kunst und Administration einplanen

  • Marketing-Aufgaben bündeln (z.B. alle Social Media Posts für die Woche an einem Tag vorbereiten)

  • Wichtige E-Mails zeitnah beantworten

  • Regelmäßige Pausen nicht vergessen

Praxis-Tipp: Eine simple To-Do-Liste und ein übersichtlicher Kalender reichen meist völlig aus. Lieber wenige, aber dafür gut gepflegte Systeme nutzen. Ein simples Business lässt sich leichter steuern.

Wachstum Schritt für Schritt:

  • Konzentriere dich auf ein bis zwei wichtige Ziele

  • Erst wenn diese gut laufen, kommt das nächste dazu

  • Bei Bedarf Hilfe holen (z.B. für Fotos oder Website-Pflege)

  • Preise regelmäßig überprüfen und anpassen

  • Erfolgreiche Aktivitäten ausbauen, Unwirksames weglassen

Prozesse vereinfachen:

  • Interne Checklisten erstellen - entlastet den Kopf

  • E-Mail-Vorlagen für häufige Kundenanfragen anlegen

  • Dokumentation für selten genutzte Tools erstellen

  • Regelmäßig überlegen: Was könnte ich noch vereinfachen?

Denk dran: Die Organisation soll dir dienen, nicht umgekehrt. Behalte den Überblick, aber lass dich nicht von komplexen Systemen ablenken. Manchmal ist der einfachste Weg der beste.

Praktische Planung & Kontrolle

Nimm dir einmal im Quartal Zeit für einen strukturierten Rückblick. Analysiere, was gut funktioniert hat, welche Marketing-Aktivitäten erfolgreich waren und wo es Verbesserungspotential gibt. Eine ehrliche Einnahmen-Ausgaben-Übersicht zeigt dir, wo du stehst und hilft dir, deine Ziele für das nächste Quartal anzupassen.

Deine Jahresplanung gibt dir den größeren Überblick: Plane Ausstellungen, Marketing-Aktionen und Workshops. Setze dir realistische Ziele für deine Kunstproduktion und bleibe dabei flexibel für kreative Inspiration. Denk auch an Preisanpassungen und ein solides Budget für Material und Marketing.

Praxis-Tipp: Eine übersichtliche Excel-Tabelle hilft dir, die Finanzen im Blick zu behalten. Erfasse darin:

  • Monatliche Einnahmen

  • Fixe und variable Kosten

  • Verkaufte Werke

  • Marketing-Ausgaben

  • Materialkosten

  • Gewinn/Verlust-Übersicht

Diese regelmäßige Dokumentation ermöglicht es dir, Trends zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern, wenn etwas nicht optimal läuft.

Energie-Management für Künstler

Als Künstler ist deine kreative Energie dein wichtigstes Gut. Um sie optimal zu nutzen, lohnt es sich, ein einfaches Energie-Logbuch zu führen. Beobachte über 2-3 Wochen, welche Aktivitäten dir Energie geben und welche sie dir rauben. Notiere dir Tageszeit, Aktivität und dein Energielevel auf einer Skala von 1-5. Markiere dir Energiespender grün und Energieräuber rot - so erkennst du schnell Muster.

Praxis-Tipp: Nutze deine Erkenntnisse für eine bessere Tagesplanung:

  • Lege kreative Arbeit in deine Hoch-Energie-Zeiten

  • Erledige Social Media in kurzen, regelmäßigen Slots

  • Plane Pausen nach energieraubenden Aufgaben

  • Bündele ähnliche Aktivitäten

  • Delegiere Aufgaben, die dir konstant Energie rauben

Eine bewusste Energieplanung hilft dir, mehr in deiner kreativen Zone zu bleiben und dich weniger zu verzetteln.

 

6. Hilfreiche Tools für Künstler

Website & Newsletter

  • Squarespace: All-in-One-Lösung für Website, Blog, Shop und Newsletter-Marketing. Ideal für Künstler durch einfache Bedienung und professionelles Design. Ermöglicht das Aufbauen und Segmentieren von E-Mail-Listen sowie automatisierte Willkommens-Mails.

  • Alternative Newsletter-Dienste:

    • CleverReach: Deutscher Anbieter, sehr DSGVO-sicher, gut für Einsteiger

    • Mailchimp: International etabliert, kostenlos für kleine Listen

Bildbearbeitung & Visualisierung

  • Smartist/Artrooms: Apps für professionelle Interieur-Visualisierungen deiner Kunst (für IPhone, kostenlose Version verfügbar)

  • Canva: Vielseitiges Design-Tool für Instagram-Posts und Stories, PDF-Erstellung für kostenlose Zugaben, einfache Grafiken und Collagen, Visitenkarten und Flyer, Interieur-Visualisierungen

  • img2go.com: Einfaches Online-Tool um die Fotos deiner Kunst für die Websiete zu optimieren.

Print & Produktion

  • theprintspace.com: Hochwertiger Print-on-Demand Service und Kunstdrucke mit Versand. Verschiedene hochwertige Künstlerpapiere, Preisstaffelung, Integration u.a. an Squarespace, Wix, Etsy, Shopify.

Social Media & Video

  • Meta Business Suite: Social Media Planung für Instagram und Facebook, später: um Werbung zu schalten.

  • Vimeo: Professionelles Video-Hosting

  • YouTube: Marketing und Reichweite

Praxis-Tipp: Starte mit wenigen, gut ausgewählten Tools. Erweitere dein "Toolkit" nur, wenn du wirklich Bedarf hast.

 

7. Fazit: Dein Weg zum Online-Erfolg

Der Online-Kunstverkauf bietet dir viele Möglichkeiten, deine Kunst einem breiteren Publikum zu präsentieren. Der wichtigste Punkt dabei: Bleib authentisch und wähle die Wege, die zu dir und deiner Kunst passen. Nicht jeder Trend und nicht jedes Tool muss für dich relevant sein. Baue deine Online-Präsenz Schritt für Schritt auf und konzentriere dich auf das, was dir liegt und Freude macht.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:

  1. Online-Offline-Präsenz clever verbinden

  2. Deine Zielgruppe verstehen

  3. Passende Tools und Technologien nutzen

  4. Authentisch bleiben

  5. Einfache, effektive Prozesse entwickeln

Deine ersten Schritte:

  • Website-Strategie festlegen

  • Gute Werkfotos erstellen

  • Social-Media-Kanal aufbauen

  • Newsletter-Liste starten

  • Sammler-Dokumentation einrichten

Behalte dabei immer im Blick: Du bist in erster Linie Künstler. Marketing und Organisation sind wichtig, sollten aber deine kreative Arbeit unterstützen, nicht behindern. Entwickle deinen eigenen, nachhaltigen Weg zum Online-Erfolg.

 

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